Interessantes von der Insel Norderney & der SonnenDüne

Das Wrack von Norderney

Im Sand vergrabenes Wrack vor der Sturmflut 2017

Am östlichen Inselende von Norderney liegt seit Jahrzehnten ein gestrandetes Schiffswrack. Dieser Teil der Insel wird nicht durch einen Deich geschützt. Den Elementen schutzlos ausgesetzt wird die Ostspitze daher bei Sturmfluten sehr oft teilweise überflutet.

Bei der letzten Sturmflut wurde das Wrack, welches eine lange Zeit fast vollständig von Sand bedeckt war, teilweise wieder freigelegt. Ein Besuch könnte sich also lohnen, und ist eine schöne Tagesaktivität mit Fotoshooting-Motiv.

Doch woher kommt das Wrack ?
Es handelt sich hierbei um einen Heringslogger, der im Jahre 1967 kurz vor Weihnachten auf die Othello Platte auflief. Sein Ziel war eigentlich der Hafen von Glückstadt, doch dort sollte er nie ankommen. Die Besatzung des Schiffes gab Notsignale mit Hilfe einer Leuchtpistole, die in Baltrum gesichtet wurden. Rettung kam dann tatsächlich aber von der Insel Langeoog, da das Rettungsboot aus Norderney zu dieser Zeit gerade in der Werft war. Erste Priorität war die Rettung der Mannschaft. Und die Aufgabe war bei dem Seegang alles andere als leicht. Die Evakuierung gelang schließlich durch beherzte Sprünge in ein Sprungnetz. Das verlassene Schiff trieb dann in der Folge am nächsten Tag auf die östliche Sandbank. Ein Bergungsversuch eines Muschelbaggers, der sich hiervon gute Profite versprach, führte überraschenderweise zum gegenteiligen Ergebnis. Nun saß auch der Muschelbagger fest, der sich vorher mühsam eine Rinne zum Heringslogger geschaufelt hatte. Letzterer kam im folgenden Frühjahr bei hohem Wasserstand tatsächlich von alleine wieder frei. Nur der Muschelbagger, der liegt noch heute dort fest.

Sie wollen das Wrack besuchen? So geht´s:
Mit dem Fahrrad oder dem Auto fahren Sie zum Parkplatz Ostheller. Von dort aus geht es zur Ostspitze der Insel, die Heller genannt wird, nur noch zu Fuß weiter. Insgesamt liegen hin und zurück 14km vor Ihnen. Es wird empfohlen, den Hinweg am Strand zu nehmen, da sie vom Parkplatz aus leicht den Weg finden werden. Auf dem Rückweg können sie auch quer durch das Naturschutzgebiet gehen. Auf dem Weg zum Wrack kommt ihnen auch die Nachbarinsel Baltrum immer mehr entgegen. Im Regelfall sind hier hier ziemlich allein unterwegs und können die Natur und die Brandung genießen. Falls sie nicht wieder am Strand zurückgehen möchten und auf den Heimweg durch das Naturschutzgebiet wählen, sollte man sich allerdings darauf einstellen, dass es teilweise durch morastische Salzwiesen gehen wird. In den Dünen findet man sogenannte Windausblasungen, so dass die Dünentäler bis unterhalb des Grundwasserniveaus reichen, so dass sich hier Wasser ansammelt. Falls Sie sich mal nicht sicher sind, wo sich der Parkplatz befindet, achten sie auf Wanderer die Richtung Strand gehen. Diese kommen meistens vom Ostheller.

Eine alternative Anreise zum Wrack ist auch der Start an der „Oase“. Hier hält der Linienbus und sie kommen leicht zum Strand. Allerdings ist der Weg dann nochmal 4-5km länger.

Die nachfolgenden Bilder zeigen das nach der Sturmflut wieder etwas freigelegte Wrack und wurden von Gästen der SonnenDüne aufgenommen. Herzlichen Dank dafür.

Ebbe & Flut – eine Geschichte auf Platt.

Es war einmal vor langer, langer Zeit, da besuchten ein paar Menschen die Insel Norderney. Dabei entdeckten sie, dass das Wasser mal näher, mal weiter weg von den Dünen war. Also fragten sie die Bewohner der Insel, was es damit auf sich hat.

„Wo dat kummt, dat dat Ebbe un Floot gifft?“ fragten die Insulaner zurück.

„Ja genau“ antworteten die Gäste und nickten mit den Köpfen.

Und so begann einer der Einheimischen ganz lang an seine Pipe zu ziehen und begann:

„Dat is lang Tiet her, dar hett de Hergott dat Land makt.

Un den annern Dag, da hett he dat Water makt. Dat Water is rund um die Welt twüschen dat Land dörgahn un is ok in Ostfreesland an den Diek kamen.

Dar weer dat Water neeschierig un hett dat`n beten över`n Diek röverkeeken un up eemal hett dar een Ostfreesenminschen staan. Hotz verdammt, wat hett dat Water sick verjagt! Dat is genau wedder trügg lopen, ganz wiet van`n Diek weg.

Und nu kummt dat Water tweemal an`n Dag un kickt to, off de Ostfreesen noch dar sünd un büxt denn gau wedder ut.

Un de Lüe, de dat nich weet, de vertellt wi, dat is Ebbe un Floot un de Maand hett dat upè Hand.

(Autor unbekannt)

Umweltaspekte auf den Nordseeinseln

Als Insel ist Norderney gefordert den lokal entstehenden Müll intelligent zu entsorgen, und ist gleichzeitig nicht gefeit vor Umweltverschmutzung, die vom Festland (z.B. Schadstoffe aus der Landwirtschaft) oder der Schiffahrt (Fischereiabfälle) ausgehen. Der anwachsende Tourismus stellt ebenfalls eine Herausforderung für Naturschützer dar. Seit den 50er-Jahren ist der Autoverkehr auf der Insel erlaubt, und er nimmt seit dem stetig zu. Auch die Versorgung der Insel durch die Luft bringt eine Belastung der Umwelt mit sich. Um allen Einflüssen her zu werden, müssen sich Norderney, aber auch die anderen Inseln der Nordsee durch eigene Initiativen und Ideen besondere Mühe geben.

Auf Borkum trifft man Elektrobusse, nach Baltrum führt eine Seilbahn vom Festland aus, Spiekeroog setzt weiterhin auf Autofreiheit und Pferdebahnen und Wangerooge betreibt Photovoltaikanlagen. Bauschutt und Gartenabfälle auf Norderney werden in einem Kreislaufsystem aufbereitet wieder in die Nutzung überführt. Auf Föhr setzt man auf eine Anti-Plastik Kampagne, und eine Reederei schenkt Besuchern von Amrum 30 Tage kostenloses Parken auf dem Festland.

Norderney ist bestrebt, die Infrastruktur für den Umweltschutz und die Müllentsorgung fortlaufend zu verbessern, denn eine zunehmende Besucherzahl macht dies nötig. Da die kleine Insel keinen Platz für Müllberge hat, wird der anfallende Hausmüll seit 1984 nach Verpressung auf das Festland gefahren und dort dem Recycling übergeben.

Die Wasseraufbereitung auf Norderney erfolgt über eine vollbiologische Kläranlage, die in der Lage ist, die touristischen Spitzen der Sommermonate abzufedern. Der entstehende Klärschlamm wird ökologisch in Schilfbecken vererdet.

Um den Besucherstrom auf der Insel zu lenken, hat man den Nationalpark „Niedersächsisches Wattenmeer“ und damit auch die darin liegende Insel Norderney, in verschiedene Zonen eingeteilt. Dies dient dem Schutz der Naturlandschaft. Die größte Zone – die Ruhezone (Zone I) – beeinhaltet 60,7% der Inselfläche und umfasst die sensibelsten Landschaftsteile. Das Betreten dieser Zone ist erlaubt, aber nur auf den zugelassenen und ausgewiesenen Wegen. In der Zwischenzone (Zone II) ist auch das Betreten der Gebiete außerhalb der Wege erlaubt. Und in der Erholungszone (Zone III) findet sich der Kurbetrieb wieder, die einen Urlaub mit vielen sportlichen AKtivitäten, so wie man ihn sich wünscht, möglich macht.

Für alle Besucher zur Orientierung, hier die goldenen Regeln zum korrekten Verhalten im Nationalpark:
(siehe auch http://www.stadt-norderney.de/natur-umwelt/nationalpark/mn_42927)

  • Die Ruhe der Natur darf nicht durch Lärm oder auf andere Weise gestört werden.
  • Um die hier lebenden Tiere nicht zu beunruhigen, dürfen Sie deren Brut- und Lebensräume nicht aufsuchen.
  • Hunde dürfen nur an der Leine mitgeführt werden.
  • Drachen und Modellflugzeuge fliegen zu lassen, ist nur auf freigegebenen Flächen gestattet.
  • Das Betreten der Dünen, außerhalb der gekennzeichneten Wege, ist untersagt.
  • Das Entfernen von Pflanzen (auch in Teilen) ist verboten.
  • Salzwiesen dürfen in der Brut- und Aufzuchtzeit der Vögel vom 1. April bis zum 31. Juli nur auf den zugelassenen Wegen betreten werden.
  • Reiter müssen in der Ruhe- und Zwischenzone ganzjährig auf den zugelassenen Reitwegen bleiben.
  • Kitesurfer und Kitebuggyfahrer dürfen nur in den jeweils freigegebenen Bereichen unterwegs sein.

20000 Jahre in die Zeit zurückschauen

Vor Norderney ist ein besonderes Schiff im Einsatz – die „Senckenberg“, ein Forschungskutter der gleichnamigen Gesellschaft für Naturforschung aus Wilhelmshafen. Im Auftrag des Ministeriums arbeitet es für das Projekt WASA (Das Wattenmeer als Archiv für Landschaftsentwicklung und Besiedlungsdichte). Das Projekt ist 2016 gestartet und wird insgesamt über vier Jahre die Umgebung von Norderney und Spiekeroog untersuchen.

Archäologen versuchen zusammen mit Geo- und Biowissenschaftlern herauszufinden, mit welchen Überlebensstrategien sich die früheren Menschen gegen die Überflutung der damaligen Landschaftsgebiete zur Wehr gesetzt haben. In erster Linie versucht man durch Kernbohrungen im Watt die Sedimentation zu analysieren, und darüber Aufschlüsse über die Paläolandschaft im Zeitraum, des Holozäns zu gewinnen. Hierzu wird mit einem Schlauchboot hinausgefahren und mittels Kleinbohrgerät Proben entnommen. In späteren Phasen erfolgt die Bohrung vom Schiff aus in den tieferen Gezeitenrinnen.

Die große zu klärende Frage ist: Wo gab es damals Watt, und wo gab es Wasser? Und gab es auf dem Gebiet des heutigen Watts frühzeitliche Siedlungsgebiete? Im Rahmen des Projektes WASA wird aber auch nach archäologischen Funden gesucht, wie z.B. Fundamente, Holzreste, Werkzeuge, Geschirr und sonstigen Resten menschlicher Zivilisation.
Also – halten sie ruhig zwischendurch mal Ausschau nach einem großen blau-weißem Forschungsschiff vor Norderney.

Weitere Infos und auch ein Video zu diesem Thema finden Sie beim NDR:
http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Versunkene-Landschaften-Auf-Spurensuche-im-Watt,wattenmeer452.html

Wo sich das Schiff gerade befindet, kann man mit diesem Tool herausfinden:
http://www.vesseltracker.com/de/Ships/Senckenberg-8137213.html

Neue Projekte im Nationalpark

Im Jahre 2016 wurde eine Partnerschaft zwischen Kurverwaltung und Nationalparkverwaltung geschlossen, um neue Projekte im Osten der Insel und im Suferbecken voranzutreiben. Diese Projekte unterstützen touristische Angebote im Nationalpark. In das Surferbecken soll beispielsweise ein Holzsteg hineinführen, der auch für Rollstuhlfahrer nutzbar sein wird.

Zur Markierung des Begins des Nationalparks soll desweiteren ein Tor errichtet werden, das den Besuchern mit Hinweistafeln in Erinnerung ruft, dass sie nun auf diesem Territorium bestimmte Regeln zu berücksichtigen haben. Zum Erscheinungsbild des Tores wurde ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben.

Da viele Menschen in der Vergangenheit Schwierigkeiten hatten, den Weg vom (Ost-)Strand zum Ostheller zu finden, werden künftig eine bessere Beschilderung und neu gesetzte Pfähle den Wanderer leiten.